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Alle Jahre wieder – die Highlights 2009

Und wieder neigt sich ein Jahr zuende und wieder hält man inne, zieht Bilanz. Ich schaue zurück und will einige der schönsten, die Glücksmomente aus meinem Tierschutzleben als Weihnachtspäckchen für die, die ich mag, für alle, die sie mit mir teilen wollen, schnüren.

MARIKA, die graue Maus

      Ich hege eine Schwäche für die Pinscherigen... Marika war leider eine graue Maus... mit Welpen ins Tierheim gekommen, die bald vermittelt, die Hundemama blieb und wie zu erwarten, sie mutierte zum Dauergast... Meinen Tierschutzkollegen aus Deutschland sei gedankt, sie schauten nicht nach Schönheit. Nach mehr als einem Jahr im TH durfte Marika ausreisen... - ein Wunder ist geschehen: nur wenige Tage später schloss sie bereits eine liebe Frau als ihre eigene liebevoll in den Arm!


YANNICK, der mit dem tollpatschigen Gang

 

Der etwa 6-monatiger Junghund mit den herrlichen Fledermausohren fiel im Tierheim auf, weil er sich manchmal überschlug, über seine Beine stolperte. Die Krallen auf den Vorderbeinen waren total abgewetzt. Er kam zu mir in Pflege, ich schloss ihn schnell ins Herz. Ein Wildfang in Gegenwart meiner hyperaktiven Hündin, ein stilles Wässerchen, wenn allein, mit mir im Auto unterwegs oder so. Wir hatten viel Gelegenheit dazu. Arztgänge, Untersuchungen, was sei los mit ihm. Eine spezialisierte neurologische Untersuchung, einschl. Magnetresonanztomographie und Liquoranalyse, in einer Klinik in Brünn durchgeführt, (in der Slowakei gibt es diese Untersuchungen noch nicht) schloss immerhin etwas bösartiges aus. Die Prognose: entweder es wird sich schnell verschlechtern, dann ein angeborener Nervendeffekt, oder es bleibt wie es ist, oder wird gar besser, dann vielleicht Folge einer früheren viralen Welpenerkrankung. Yannick war ein Findling, über seine ersten Lebensmonate wusste man nichts...

Nun, auch er durfte nach Deutschland zu unserem Partnerverein in Pflege. Dort hat es länger gedauert, bis die richtigen Leute sich meldeten. Zwischendurch kamen besorgniserregende Meldungen, Yannick gibt sich auf, macht nicht mehr mit, steht nur still in der Ecke herum und schaut teilnahmslos, traurig. Um ein Haar hätte ich ihn zurückgeholt. Meine deutschen Kollegen intensivierten die Suche, Yannick wurde schiesslich super vermittelt und, man stelle sich das vor, ist in Prag! Er darf sein Frauchen ins Büro der dt. Botschaft begleiten. Einige Zeit nach der Vermittlung kam dann eine Schreckensnachricht, Yannick ist zusammengebrochen, x-Untersuchungen suchten den Grund, ich weiss ihn nicht, weiss aber, dass seine neuen Leute ihn lieben. Keine Minute wurde seine Rückgabe in Erwägung gezogen... 

THEO, der die Hoffnung verlor   

 Zwischen diesen Bilder liegen Jahre... Theo, ein Drahthaarmix, ein Abgabehund, weil seine Vorbesitzer ins Ausland zogen. Aus einer Wohnung in die Kälte eines Aussenzwingers. Der ehemalige Einzelhund plötzlich eine Nummer unter vielen Leidesgenossen. Theo wurde unleidlich, er wurde zum Hundehasser... Er verbrachte im Tierheim vier lange Jahre, in Einzelhaft sozusagen - bis ihn eine Frau in die Hauptstadt holte. Katzen im Haushalt – man gewöhnte ihn dran... andere Hunde – man arbeitete mit Hilfe eines guten Hundetrainers dran... da steht er am Siegespodest im Kreise weiterer Rüden, sein bester Hundefreund ist ein Rüde... er wurde wieder zum Wohnungshund, wieder die Nr. EINS (neben den Katzen...)

SABAR, ein alter Herr

                

Ein alter Hund... Erfahrungsgemäss ist das Tierheim eine Art Gnadenbrot für diese armen Geschöpfe. Wer will schon einen alten Hund? Und doch, Sabar wurde geholt, von einem Rentnerehepaar, er bekommt ein warmes Plätzchen zum Kuscheln und Schlafen, wird täglich spazierengeführt - bekommt die Liebe eines Menschen, die Geborgenheit, die Sicherheit!

BRUNA, die aus dem Brunnen kam

 

Ein Gerippe in Schockobraun, das war sie, die Hündin, die man aus einem Brunnen fischte. Fiel sie dort selbst hinein, wollte man sie loswerden? - wer weiss es schon so genau. Wie lange steckte sie drin? Ein - zwei Wochen bestimmt, ohne Fressen, ohne Wasser. Sie überlebte, wurde im Tierheim aufgepäppelt, sie bekam wieder Fett auf die Rippen, Muskelmasse, sie bog den Rücken wieder gerade und nahm ihr Schicksal hin. Ein Jahr später bekam sie ein wunderschönes, liebevolles Zuhause.

TARA, das unfotogene Geschöpf, ein Ladenhüter?

 Sie möchte auch die Liebe eines Menschen! Irgendwer hat sie ausgesetzt, sie lief verschreckt in einem Firmenareal herum, machte sich klein entlang der Mauern, liess sich ins Tierheim abführen... Eine undefinierbare Mischung aus allen möglichen Rassen, geströmt, klein und rundlich. Auf dem sicheren Weg zum Ladenhüter – und doch, auch sie fand ein wunderschönes Zuhause, in der letzten Geschichte  hier zu lesen...

Bei allen Glücksfällen, mit der Absicht einer positiven weihnachtlichen Einstimmung erinnere ich auch die traurigen, die glüklosen, die Todesfälle... die vielen ausgesetzten Welpen, die binnen kurzer Zeit dem Tierheimvirus unterliegen, trotz Intensivstbehandlung in Schmerzen sterben. Fiepi, von der herzlosen Besitzerin einfach vor dem Tierheimtor zurückgelassen, keine Diskussion über einen Aufschub, um eine Pflegestelle in der Wärme zu suchen, zulassend – innerhalb einer Woche starb die kleine Pinscherhündin an Lungenetzündung. Yetti, der Riese, ein Einhodler wie sich herausstellte, der wenige Tage nach der Kastration in der Hauptstadt starb, genaue Ursache ungeklärt – um ihn trauerten auch seine Besitzer in spe... Bundi, der alte Schäferhund mit starker Arthrose, das Geld für das Schmerzmittel wurde gekappt, er konnte kaum gehen vor Schmerzen... Und die liebe Ivanka, um die wir mehr als einen Monat bangten, hofften, sie wurde untersucht, operiert, mit Medikamenten vollgepumpt, nichts half, ich muste sie gehen lassen. Zweimal am Tag war ich in der Klinik, um sie psychologisch aufzubauen, um sie im Arm zu halten, um ihr Lebenskraft einzuflössen, nein, leider... wenn ich die Strecke in Richtung Klinik fahre, denke ich jedesmal mit Wehmut an sie.

JESSICA die Pechmarie?

 

Die Haxe ist die von Jessica. Der Unfall passierte einige Tage vor der Abreise zur Vermittlung nach Deutschland. Das war aber nicht der einzige Schicksalschlag. Vor einem Jahr wurde sie mit tiefen Schnitt um den Hals, mehr tot als lebendig, gefunden. Da war sie noch ein Welpe, offensichtlich unerwünscht... Sie wurde vermittelt, bis man merkte, dass die Besitzer, in einem Plattenbau wohnend, die Hündin in einem Schrebergarten, auf sich alleingelassen, hielten. Sie kam unter Patronat einer Tierheimhelferin, eine Entführung wurde geplant. Na ja, mit gebrochenem Bein, die Reise ging erstmal zu mir in die Pflege nach der Knochen OP. Eine fröhliche, neugierige, hübsche Hündin, die das angeordnete Ruheregime ohne Murren absolvierte. Mein Rücken, na ja, 16 kg hob ich täglich mehrmals, habe sie zum gassigehen getragen. Jetzt geht sie auf allen vier, tollt mit meiner Angelina wild herum, ich kriege keine grauen Haar mehr, der Knochen hält. Hoffentlich. Kürzlich rutschte sie von einem 2,5 m hohen Dach runter... ich gehe davon aus, dass sie noch einiges wird anstellen in ihrem Hundeleben, ich wünsche ihr einen aufmerksamen Schutzengel.

Mit dem Lachen der blonden Jessica, die noch in diesem Jahr zur Vermittlung nach Deutschland darf, schliesse ich den Reigen der ausgewählten Glücksfälle und wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest, die besten Vorsätze fürs Neue Jahr


...lassen Sie es sich gut gehen...


Y. Neumann, 20. Dez. 2009