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 Aktuelle Tierschutzprobleme in der Slowakei

Tierschützer, die eines logischen, emotionslosen Urteils fähig sind – ich zähle mich dazu... - sehen auch die Kehrseite der Zunahme der Tierheime in der Slowakei und sehen eine Kolapsgefahr der Hunderettungsszene... es ist nur eine Zeitfrage, wann wieder vermehrt Tötung anstatt Rettung zum Alltag werden!


Wen der Tierschutzbazillus befällt, wird ihn nie wieder los. Ich denke an sie, an die Tausende herrenloser, abgeschobener oder in den Tierheimen auf ein zuhause hoffender Hunde nächtens, ich werde an sie denken, auch wenn meine geistigen Kräfte nachlassen werden, wahrscheinlich auch in meiner letzten Lebensstunde: was wird aus ihnen???

In den letzten sagen wir 5 Jahren hat sich die Situation in der Slowakei verbessert. Neue Tierheime kamen zu den damals vielleicht fünf, höchstens zehn, dazu, als Reaktion auf die vielen Quarantänestationen, sprich Tötungen. Die gibt es hierzulande, auch wenn sie elegant Assanation genannt werden, Auffangstationen oder wie auch immer. Mein Beitrag aus dem Jahr 2005 ist weiterhin aktuell... geändert hat sich allerdings, dass neue und neue Tierheime von engagierten Tierschützern gegründet wurden, aktuell dürften es an die 28 sein, bei einer Bevölkerungzahl von 4 Millionen Slowaken.

Tötung als Regulativ

Das grundlegende Problem bleibt. Unkontrollierte Vermehrung der Hunde (und Katzen, ein noch leidvolleres Problem, weil kaum Vermittlungsbedarf), kaum Kastrationen, ungewollte Welpenwürfe, die man vorher tränkte... heute setzt man sie vor ein Tierheim aus und hat auch noch ein gutes Gewissen, die werden sich ja kümmern...

 Welpen...

 Welpen...

 Welpen... körberwesie in den THs ausgesetzt

Strassenpopulationen von Hunden gibt es hierzulande nicht. Kaum wird ein herrenloser Hund ein paar mal gesichtet, wird schon die örtliche Polizei benachrichtigt, die bringen den vielleicht nur Ausreisser ins Tierheim oder Auffangstation. Die Tierheime werden voll und voller. Wurfweise ungeplante Welpen, in Paarungszeit 2 oder 3 junge Hunde pro Tag, die vielleicht nur auf Hochzeitsreise waren und nach wenigen Tagen nach Hause zurückkehren würden. Kommen sie aber nicht heim, sucht sie auch keiner. Sehr selten holen Besitzer ihre Ausreisser im Tierheim ab. Hunde gibt es genug, wenn nicht dieser (Hof)hund, dann eben ein anderer.

Die neu gegründeten, nicht aus Staatsgeldern unterhaltenen Tierheime fangen klein an, vielleicht mit 20 Hunden – aber ihre Zahl steigt jährlich und regelmässig. Weniger wird es nie wieder. Die Kapazität der Zwinger am Limit, 120 Hunde sind keine Seltenheit. Und was für Hunde... kleine süsse Weibchen, in Deutschland oder Österreich wären sie in kürzester Zeit vermittelt, hier bleiben sie hocken, Monate, Jahre. Von den wunderschönen Schäferhunden und -innen nicht redend...

Tierheime entlasten das Gewissen

der verantwortunsloser Halter. Welpen wird man durch abschieben los, ungewollte erwachsene Hunde ebenfalls. Die Strassen sind sauber, keine Streuner stören das Bild.

 5-jährige Nella, 5 Jahre im TH Komarno...

In den Tierheimen wird nicht getötet, auch nicht die alten Hunde, sie bleiben Jahre und Jahre, kosten und nehmen Platz... Viele Hunde leben in einem Tierhim besser als vorher irgendwo im Hof, ohne Zuspruch, ohne Gassi, vielleicht gar an einer Kette, mit Essensabfällen gefüttert... das Bild eines Kettenhundes mit vielen Kothaufen im äussersten Bewegungsradius, den die Kette erlaubt, ist eine bittere Realität.

Was wird aber, wenn ein Tierheim einfach an die Grenzen kommt, finanziell und platzmässig? Wenn einfach kein Platz mehr zur Aufnahme des x-ten Hundes ist? Bleibt er draussen, fährt ihn ein Auto um? Kommt in eine Assanation und wird fristgerecht getötet? Oder wird man im Tierheim die Langzeitsitzer reduzieren müssen, um für die neuen Platz zu schaffen?

Neue und weitere Tierheime sind also keine passende Antwort auf das Hundelend. Sie sind wie fiebersenkende Mittel bei einer bakteriellen Erkrankung – die Bakterien werden nicht bekämpft...

Einzige Abhilfe wären Kastrationen, Kastrationen, Kastrationen

– also Eindämmung der Hundezahl. Leider wird diesbezüglich wenig unternommen. Eine Kastration oder Sterilisation bei Weibchen, wie es hier genannt wird, kostet Geld, das haben die meisten Hundehalter nicht. Schon die Impferei lässt zu wünschen übrig... vorsichtshalber gibt es in Gemeinden jährliche Pflichtimpfungstermine gegen Tollwut, für bezahlbares Geld. Die Aufklärung ist mangelhaft. Ein kastrierter Rüde verliert nach hiesiger Meinung den „Funken“, Esprit. Kastrierte Hunde verlieren ihre Schärfe... Kastrierte Weibchen werden fett und inkontinent, usw., usw.

Warum sich Gedanken machen um schlechte Zäune und eine unbeaufsichtige, ungeschützte läufige Hündin... wenn es soweit ist, schafft man die Welpen ins Tierheim, die kümmern sich doch!

Vermittlungen sind ein Tropfen ins Meer

Es gibt sie, die lokalen Vermittlungen, auch wenn sie nicht reichen und viele Tierheime diesbezüglich das Hilfsangebot ausländischer Tierschutzorganisationen dankend in Anspruch nehmen. Die Vermittlungskriterien vor Ort sind blande, keine Vorkontrollen, Interessent kommt ins Tierheim, defilliert vor den Zwingern, tippt mit dem Finger in Richtung des gewählten Hundes, ein paar Fragen, ein Vermittlungsprotokoll mit Personalien und einigen Absprachen über die Haltung, die allzu oft nicht eingehalten werden, keine Rechtsgrundlage... das Tierheimpersonal ist kein Personal, es sind unbezahlte Freiwillige, viel zu wenige, woher Sachkenntnis, einzig ihr Herz, ihre Liebe für die Tiere lässt sie diese schwierige Arbeit tun.

  Die graue Schnauze täuscht, Fanta ist erst 5 aber davon 4 Jahre im TH Trnava...
Vermittlungspartnerschaften mit Tieschutzvereinen und Tierheimen in Deutschland und Österreich schaffen eine gewisse Entlastung. Die Vorbereitung der Hunde für eine Vermittlung ins Ausland (Kastration, Chip, EU Pass) kosten Zeit und Geld (durch die Vermittlungsgebühr beglichen). Meine Kolleginnen in den Tierheimen, die ich betreue, sind glücklich über jedes Tier, das die Chance auf das Zuhause draussen bekommen. Wir danken allen Kollegen/-innen, die sich die Mühe machen, neben Job, Haushalt und Familie, unsere Hunde zu inserieren, Interessenten auf Herz und Niere prüfen, unsere Hunde in Pflege nehmen, Vor- und Nachkontrollen machen, Hunde fahren, abholen, hinbringen... eine Heidenarbeit, ich weiss es – der Tierschutzbazillus ist international verbreitet, ist unser Bindeglied...

Aber auch das ist nur eine symptomatische, nur eine Teillösung des grundlegenden Problems in diesem Land.

Reduktion der Überpopulation muss einzig das Ziel sein.

Spricht man die Gemeinden, die Politiker an, fördert Geld für Kastrationen, oder steuerliche Erleichterungen für Halter von kastrierten Hunden, verlangt gar Kastrationsprogramme... ist die Antwort stereotyp: schafft sie in die Quarantänestationen, wenn sich kein neuer Halter findet, tötet sie im Einklang mit dem § 21, Abs. 4f des Tierschutzgesetztes (Ein Tier, dem kein Ersatzplatz gefunden werden kann, darf (human) getötet werden)

Die Tierheime werden bald bersten, die Kraft ihrer idealistischen Betreiber nachlassen, das Geld zuneige gehen... die Zeit einer vermehrten Tötung unserer Hausfreunde naht – in einem Land mitten im Herzen von Europa!


Y. Neumann 26. 05. 2010