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2nd hand hund

Immer wieder trifft man Hundebesitzer, die völlig überzeugt die Meinung vertreten, Tierheimhunde oder erwachsene Hunde, die von Auslandsvereinen weitervermittelt wurden, seien alle verhaltensgestört. Selbstverständlich hatten diese Menschen nie selbst einen Hund aus zweiter Hand. Freunde, Bekannte oder Zeitungen werden zitiert, die angeblich diese oder jene schlechte Erfahrung gemacht hatten. Warum nur trifft man diese Freunde oder Bekannten nie persönlich? Kann es sein, dass sie ein Produkt pessimistischer Phantasien sind?

Mein erster Hund war ein Pudelrüde (Chanell), der bereits 1 1/2 Jahre alt war. Er hatte wenig Erziehung genossen und gehörte vorher einem eher zwielichtigen Junggesellen. Angeblich hatte er den Hund sogar schon einmal aussetzen wollen, erfuhren wir später. Ich war damals erst 9 Jahre alt. Meine Mutter wußte gar nicht, wie ein Pudel aussieht und stellte sich darunter einen Beagle vor. Dann kam er mit seinem Herrn. Er hatte Temperament für 10 Hunde und begrüßte uns alle freudig. Zuerst schickte meine Mutter ihn wieder fort, nahm ihn aber nach einer Nacht Bedenkzeit doch, weil er so freundlich war.

Er biss kleine Rüden, streunte, verfolgte Wild, allerdings ohne es anzugreifen,... kurz er war unmöglich: als Hund eine Katastrophe und als Mensch unersetzlich...
Meine Mutter nahm sich die Zeit, mit ihm zu arbeiten, wenn ich in der Schule war.
Sie war mit ihm im Wald und Parks unterwegs, um ihn zu bewegen und zu erziehen. Es funktionierte. Er ließ schon nach kurzer Zeit die kleinen Rüden links liegen. Er verließ die Wege im Wald nicht mehr und tat so, als ob er Rehe nicht sehen würde. Er lernte alles, was unser Hund können musste ohne Probleme. Natürlich klappte nicht alles sofort, aber mit Geduld und Liebe dauerte es nicht lange und er war unser Hundemann. Er beschützte mich gegen Erwachsene, mischte sich aber in Kinderstreitigkeiten nie ein. Er war gutmütig zu kleinen Hunden oder jungen Tieren.

Was also ist an einem gebrauchten Hund auszusetzen? Er hat sogar viele Vorteile. Man sieht, ob er Krankheiten oder Allergien hat, er ist bereits stubenrein, man erkennt seinen Charakter.


Nach seinem Tod kauften wir uns einen 3 1/2 Monate alten Welpen. Wir verzogen ihn bis zum geht nicht mehr, weil er ja noch ein Baby war. Aber so ein Baby wird größer und die Unarten wachsen mit. Beim erwachsenen Hund ist man von Anfang an viel konsequenter. Unser Welpe wurde immer verhätschelt und eigentlich nie wirklich erwachsen. Mein nächster Hund wird vermutlich wieder ein erwachsener Hund sein (Nachtrag: unser heutiger Hund ist ein Hund aus der ungarischen Tötungsstation und unser komplettes Glück...) Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man so den idealen Partner finden.

Kauft man sich einen Welpen, ist man vor Charakterfehlern auch nicht sicher. Gerade bei Billighunden sind Verhaltensstörungen nicht selten. Auch beim Welpenkauf muss man sich den charakterlich passenden Hund aussuchen. Das ist beim Erwachsenen leichter. Außerdem macht man beim Welpen oft aus Gutmütigkeit oder Unerfahrenheit große Erziehungsfehler, die auch Probleme mit dem später erwachsenen Hund schaffen können. Bei schon erwachsenen Hunden passt man meistens besser auf, ist konsequenter in der Erziehung. Sitzt der Welpe auf der Couch, will er das auch als Erwachsener. Ein Hund, der es im Leben nicht gut hatte, ist oft viel anhänglicher und treuer als der selbst erzogene Hund, der nichts anderes kennt, als verwöhnt zu werden. Ein Tierheimhund ist oft viel dankbarer für die Liebe, die er plötzlich entgegengebracht bekommt. Hören Sie nicht auf Menschen, die durch ihre Miesmacherei nur nach einer Entschuldigung dafür suchen, dass sie selbst diese Hunde als zweitklassig einstufen, ohne sie zu kennen. Ein gebrauchter Hund ist für diese Menschen einfach nicht gut genug.

Ist denn die Ehre des Hundes befleckt, nur weil er unbedacht angeschafft wurde? Ist er weniger wert, weil ein Mensch ihn wegen des Urlaubs oder einer neuen Freundin ins Tierheim abgeschoben hat? Verurteilen Sie nicht den Hund für die Taten, die ihm ein Mensch angetan hat.

Geben Sie einem Hund eine zweite Chance, zu zeigen, dass er der beste Freund des Menschen ist. Und das sagen wir aus Überzeugung - wir lieben unseren "Gebraucht-Hund"

K. Müller-Welsch 28.11.2010