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Welpenexporte

Eine traurige Meisterschaft… Slowakei ist der größte Welpenexporteur innerhalb der EU. Jährlich werden bis zu 100.000 Rassewelpen, vornehmlich nach Spanien und Belgien, ausgeführt. Wir sprechen von en gros Geschäften, Ausfuhr von bestellten Welpen verschiedener Rassen zu Handelszwecken, von Großhändlern der Petshops, ab 20 Stück bestellbar z. B hier:

http://www.dogexport.sk/index.php?tartalom=kapcsolat&lang=en

Das Angebot ist riesig, ALLE Rassen, je nach Wunsch, natürlich ohne Papiere. Werden alle diese Welpen hier gezüchtet, haben sie es gut?

Von wegen… Firma DogExport verfügt über ein riesengroßes Netz an „Züchtern“, von welchen die Welpen aufgekauft werden.  Danach kommen sie erstmal in die Quarantäne…15 Tage in diesen Boxen, ohne Mama, ohne menschliche Zuwendung:

 

Quelle: http://www.dogexport.sk/index.php?tartalom=szolgaltatasok&lang=sk

Dann gibt es Grosszüchter/-vermehrer, bei den kann man auch als Privatperson einen Rassewelpen kaufen, allerdings… kein Interessent war je in den Räumen, keiner hat die Verhältnisse gesehen. Der gewünschte Welpe wird einem vor die Tür gebracht, man kauft ihn oder nicht.

Die slowakische Gesetzgebung verlangt die Anmeldung jedes Hundes, wenn man ihn  länger als 90 Tage besitzt. Die abertausend Welpenproduzenten pfeifen auf das Gesetz. Die „Zuchtstätten“ sind illegal, somit von den Amtsveterinären nicht kontrollierbar. Die Nachbarn wissen, dass im Hof des Nachbarn XY viele Hunde herum bellen, keiner sagt was. Der Veterinär weiß es oder auch nicht… die Hündinnen werden nicht regelmäßig geimpft, nicht versorgt, sie  werden gedeckt von einem beliebigen Rüden der jeweiligen Rasse, ohne Rücksicht auf genetische Voraussetzungen. Sie werfen ihre Babies, wie es die Natur vorsah, bis auf die kleinen Rassen die einen Kaiserschnitt benötigen – das macht vielleicht der Doc. Bei ausgesetzten Frenchbuldoggweibchen findet man manchmal 5-6 alte Kaiserschnittnarben, die Haut auf dem Bauch ist kaum mehr brauchbar.

Die Lebensbedingungen der Zuchthunde bei den illegalen Vermehrern sind schrecklich. Sie leben in Ställen, ohne Tageslicht, in eigenen Exkrementen. Oder in Käfigen, oft übereinander, wie Hasen. Menschliche Zuwendung absolut nicht vorhanden, die Hunde fürchten die Menschenhand, sie kennen nur Gezerre und Geschrei. Welpen werden viel zu früh von der Mutter getrennt. Ihre grundlegende Versorgung, Entwurmung, Impfung ist meistens nicht gegeben. Die Aufzucht soll nicht kosten… der erzielbare Preis pro Welpen ist niedrig. Die Schreiberin dieser Zeilen übernahm einmal zwei Pomerianspitzwelpen, auf dem Markt für je 10 € angeboten… Lässt die Produktion einer Zuchthündin nach, ist sie älter und ausgelaugt – bei zwei Würfen jedes Jahr kein Wunder, wird sie gnadenlos entsorgt. Erschlagen oder ausgesetzt, im schlechtesten Zustand: verdreckt, verfilzt, verfloht, unterernährt, Augen-Ohren entzündet, Milchleistentumore…

Immerhin, es tut sich was… Endlich hat sich der Thematik ein Journalistenteam von einem Privatfernsehen angenommen. Das know-how der größten Tierschutzorganisation des Landes nutzend wurden Aufnahmen mit versteckter Kamera gemacht, die Sendung weckte eine enorme Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung.

https://www.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DlGCiYpY-Oe4&h=IAQHDdUyq

Es wurde aufgerufen, illegale Vermehrer zu melden…. Doch die Menschen haben Angst. Immerhin, es handelt sich um organisierte wirtschaftliche Kriminalität mafiaähnlicher Ausmaße. Viele der „Zuständigen“ wissen bescheid, profitieren aber, im Land der Korruption, strecken die Hand auf und halten den Mund. Beteiligt sind nebst den Grossdistributoren die Gemeindevorsteher, örtliche Veterinäre, manche Amtsveterinäre, aber auch die Finanzämter. Die Verkaufserlöse sind unversteuert – Steuerfahnder gibt es nicht, Finanzämter fühlen sich nicht zuständig – warum wohl… Veterinäre stellen falsche Dokumente aus, Bestätigungen über Impfungen, die es nicht gab oder noch nicht geben konnte, wie eine Tollwutimpfung bei Welpen unter 3 Monaten. Die braucht man aber, um die Bedingungen für einen legalen Transport innerhalb der EU zu erfüllen. Ein Transport zu Handelszwecken muss vom Amtsveterinär dokumentiert und überwacht werden, per TRACES (Trade Control and Expert System), ein Datenbanksystem, mit dem der gesamte Tierverkehr innerhalb der EU sowie aus der und in die EU erfasst wird. (Gilt auch für Tierheimhunde, die zwecks Vermittlung ins Ausland reisen). 60.000 Hunde/Welpen reisten im Jahr 2010 damit aus, in 2013 waren es 50.000. Eine Dunkelziffer der illegalen, nicht Traces gemeldeten  Transporte kommt dazu. Leider sind sehr viele der „legalen“ Transporte nur auf dem Papier korrekt, in Realität die Welpen nicht ausreichend versorgt, zu jung, um reisen zu dürfen da nicht gegen Tollwut geimpft (Tollwutimpfung ab 3. Lebensmonat möglich, dann noch 21 Tage Wartezeit, bis die Impfung greift, ergibt ein reisefähiges Welpenalter von minimal 13 Wochen). Nur ein Bruchteil fliegt auf… das slowakische Veterinäramt bekam im vorigen Jahr Reklamationen von den im Ankunftsland zuständigen Veterinärbehörden der  nicht korrekt abgewickelten Traces-Transporte bei etwa 4.000 Welpen – von insgesamt 50.000. Alle anderen waren „korrekt“…

Wie die Transporte aussehen, ist wieder eine andere Sache. Meldungen über angehaltene LKWs mit in Boxen eingepferchten Kleinstwelpen gehen durch die Presse, aber… stimmen die – vom Amtsveterinär wohlwollend - ausgestellte Ausfuhrpapiere, haben die Behörden in Österreich oder Deutschland keine Handhabe und müssen die Ladung passieren lassen. Die Kleinstwelpen, verängstigt, hungrig und durstig, nass und bekackt… reisen in das 3000 km entfernte Spanien, viele schaffen die Strapazen nicht, kommen krank oder tot an.

Hört dieses schmutzige Geschäft auf? Die Tierschutzorganisationen sind in Anbetracht der Welpenmafiapotenz eigentlich machtlos, können nur hinweisen, wieder und wieder. Es ist ein Politikum – des Landes und der EU. Dummerweise ist Slowakei als ein braver EU Schüler bekannt – Bombengesetze, alles bestens, aber nur auf dem Papier. Die Durchführbarkeit, Kontrolle der Einhaltung und Sanktionierung bei Nichteinhaltung lassen zu wünschen übrig. Sehr!

 Y. Neumann, 29.05.2014