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"Ein richtiger Notfall"

Kürzlich erhielt ich die Nachricht von einer Tierschutz-Kollegin aus Österreich:

"Hallo,
eine unserer Nachbarsfamilien hier hat bereits einen älteren Rüden aus dem Tierschutz. Die Nachbarin würde gerne noch eine Hündin dazu aufnehmen, wenn die beiden sich vertragen. Sie möchte "einen richtigen Notfall", sollte eher klein sein, kann schon alt sein und auch ein Handicap ist kein Problem. Kennst Du oder hast Du solch einen Hund, der ein neues Zuhause braucht?"
Nun, über so eine Nachricht freut man sich, kommt sie doch nicht alle Tage...
Habe sofort die mir bekannten Vermittlungsdateien der Tierheime, mit welchen ich in Kontakt bin, revue passieren lassen. Hunde mit Handicap? Kein Problem, haben wir, wer nicht!

Im Tierheim Komarno z. B. die schwarze Dora, kleiner Schäferhund-Labradormix, lieb, jung, freundlich, ABER: sie hinkt als Folge eines unbehandelten Unfallschadens... Otty, ein alter Herr im TH Trnava, Piggy, eine ältere Welshterrierdame, ebenfalls aus TH Trnava.

Ins Tierheim Trnava wurde kürzlich Cindy eingeliefert, ein Minihund, Chihuaua mit Prager Rattler gemixt, 9 Jahre alt. Ihr Frauchen geriet in eine schwierige Lebenssituation, musste in ein Wohnheim umziehen, kein Job und so, Hunde nicht erlaubt! Sie gab Cindy unter Tränen ab, kam sie besuchen, was den Trennungsschmerz von Cindy nur mehr schürte. Die kleine Maus mit grauer Schnauze verstand die Welt nicht, jammerte, winselte, trauerte. Wie sollte sie auch begreifen, wieso sie aus dem Arm des Frauchens in die Welpenbaracke eines Tierheimes wechseln musste... Nun, positiv war einzig, dass sie mehr Bewegung bekam, weil sie auf dem Tierheimgelände mit den "Kleinen" herumrennen konnte. Das gerundete Bäuchlein schwand, ihr Figürchen nahm bessere Formen an..

Cindy mit der Tierheimleiterin

Die Wahl fiel auf Cindy!

Der Tierarzt hat zunächst einen Gesundheitscheck durchgeführt, Impfungen waren vorhanden, sie wurde gechipt, für die Reise ins Ausland ist es ja Pflicht. Mit Bravour absolvierte Cindy alle Handlungen. Am Tag der Autoreise gabs kein Essen - wer kann wissen, ob sie nicht reisekrank wird?

Am Tag der Reise nach Österreich, zum vereinbarten Treffpunkt südlich Wien, war es unerträglich heiß. Cindy protestierte nicht, als sie in die Transportbox musste. Immerhin, so klein wie sie ist, passte die (Katzen)box auf den Beifahrersitz und die Fahrerin hielt ein Zwiegespräch mit ihr. Sie döste in der Hitze ein und wusste nicht, was auf sie zukommt.


Am vereinbarten Treffpunkt gingen schon ungeduldig 3 Menschen und ein schwarzer Hund - das Erkennungszeichen - hin und her. Ein Ehepaar mit heranwachsender Tochter, die schon immer Hunde aus dem Tierschutz, immer ältere Tiere und wenn es sein sollte auch mit Handicap nahmen. Felix, der Glückliche, kam Anfang des Jahres aus Ungarn, wurde dort als ängstlicher Hund von anderen gemobbt, traute sich nicht aus der Hütte...

Meine Autotür ging auf, Cindys Box aufgemacht, ein dreistimmiges "Ach, ist die süß!" ertönte - Cindy kam und siegte. Sie wurde sofort ins Herz geschlossen, geknuddelt, Gassi geführt, Wasserschüssel gefüllt. Felix, der mittelgroßer schwarzer Hund aus Ungarn protestierte nicht, so eine kleine wie Cindy konnte wohl keine Gefahr sein. Obwohl, mal sehen, wer das Kommando übernehmen wird...

Eine ganz einfache Geschichte. Die kleine Familie legte ihrem neuen Familienmitglied das mitgebrachte Halsband um, mitsamt Namensschild, für alle Fälle - und alle zogen heim. Ich auch, mit leerer Transportbox am Bord, aber überschäumenden Herzen.
Danke an Alle, die nicht nur die putzigen Welpen, nicht nur die stolzen hübschen Junghunde bedenken, danke Denjenigen, die Herz für alte oder kranke Tierheimhunde haben! Alle verdienen die Chance, ein neues Zuhause zu bekommen...

Y. Neumann, 26. 7. 2005