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Vermittlungsjubiläum

DORA, die Nr. 100

Es freut mich, dass ich die deutsche Version der "Geschichten" auf dieser HP mit einem kleinen Jubiläum beginnen kann.

Heute schickte ich Dora als 100. Hund in ein neues Zuhause.
Dora, ein Schäferhundwelpe, schwarz wie die Nacht, schlank und recht groß. Sehr typisch hierzulande, auf einem Firmengelände zur Welt gekommen, aus der Verbindung zweier Wachhunde. 4 Jahre sei nichts passiert... und dann kam die Bescherung. Hat der Eigentümer im Biologie Unterricht gefehlt??
Jedenfalls, wie üblich, wurden die männlichen Welpen schnell vergriffen, handelte es sich doch um reinrassige Schäferhunde. Das schwarze Mädchen blieb übrig, für Weibchen hat man wenig Interesse, werden sie doch trächtig ? Kastration ein Fremdwort bei den meisten Leuten...

Frau Sonja, eine Angestellte, kümmerte sich um die "Übriggebliebene", gegen den Widerstand des Firmeninhabers. Sie fütterte die kleine Dora, entwurmte, ließ sie impfen. Irgendwann gab es aber ein Ultimatum: der Hund muss weg!

Da startete ich gerade meine HP und Dora war eine der ersten Hunde, die bei mir von privat vorgestellt wurden. So sah sie aus mit ihren damals 2,5 Monaten.
Bald meldete sich eine ernsthafte Interessentin. Eine Bekannte, die auf ihre Weise den Tierschutz unterstützt: mit Hundefahrten in ein neues Zuhause. Linda aus fernem Deutschland ließ sich Dora reservieren, bis der geplanter Umzug und Hausrekonstruktion soweit waren. Dora wurde mittlerweile fertig geimpft, gechipt und bekam für die geplante Auslandsreise den EU Heimtierpass.
Den hat sie heute gebraucht. Herbert, Lindas Mann, holte sie ab und mit ihr zwei weitere Tierheimhunde für eine Vermittlung in Deutschland. Wie einige male davor, immer zuverlässig, um das Wohl der reisenden Hunde besorgt.

Warum ein Hund aus der Slowakei?
Was hat es an sich, die Auslandsvermittlungen? Hat es in Deutschland oder Österreich nicht genug Hunde in den Tierheimen? Nicht die richtigen, scheint so. Als ich eine lustige kleine Hündin,
die Bella,
nach einer Anzeige in http://www.tiersuche.at/ nach Wien einer jungen Familie überbrachte, habe ich nachgefragt: warum ein Hund aus der Slowakei? Man hätte bereits Monate nach dem passenden Hund gesucht! Wiener Tierheime abgeklappert, einen kleinen Hund, wie man sich ihn für die Wohnung, als Freundin von zwei Schulbuben vorstellte, gab es einfach nicht...
Es sieht so aus, dass durch die verbreitete Kastrationsbereitschaft in fortschrittlichen Europaländern die Hundeflut eingedämmt ist. Es gibt sie nicht, die unkontrollierte Vermehrung, gar Straßenpopulationen von freilebenden Hunden. Sicher sind die Tierheime voll, meistens aber von großen, alten (?) und sog. Kampfhunden...
Nicht so in der Slowakei. Streuner in dem Sinne gibt es hier nicht, weil ausgesetzte Hunde bald aufgefangen werden. Die sitzen dann in den wenigen Tierheimen, lange Monate und Jahre, die Vermittlungsbereitschaft ist regional unterschiedlich, doch reicht sie nicht aus, um den Tierheimhunden ein neues Zuhause zu bescheren. Generell werden Weibchen ungern adoptiert (siehe oben, bei Dora) und in ländlichen Gebieten werden große Hofhunde zum Bewachen bevorzugt. Also genau umgekehrt: kleine süße Weibchen sind in den slowakischen Tierheime Ladenhüter...

Internet als ein modernes Kommunikationsmittel ermöglicht, die Entfernungen zwischen den Regionen und den Ländern zu verkürzen. HPs und Vermittlungspages gibt es viele, da muss man sich einfach seine Favoriten schaffen. Allein im ZERGportal ( http://zergportal.de/baseportal/tiere/Hunde) gibt es weit über 2000 Hundekonterfies, Vermittlungsanzeigen, alles Hundeschicksale, die auf eine bessere Zukunft hoffen. Mir ist rätselhaft, wonach sich die Leute richten. Bin ich froh, dass ich keinen Hund suche! Ich wüsste wirklich nicht, wo ich anfangen soll. Bei der Überfülle... doch es funktioniert. Die Leute verlieben sich oft in ein Bild, oder haben eine konkrete Vorstellung, da gibt es Suchfunktionen. Das gesamtdeutsche Angebot regionalisiert sich von allein.

Erste Hunde, die ich nach Deutschland schickte, waren aus dem Tierheim im Tal in Dubnica. Es fing im Februar vorigen Jahres an. Viele der Vermittlungsgeschichten wurden auf der HP des Tierheimes verewigt:

http://www.utulokdca.sk/de/pribehy.php

http://www.utulokdca.sk/de/aktuality.php

So nach und nach entstanden Kontakte, Streu von Weizen wurde getrennt, Tausende Mails geschrieben. Meine beste Vermittlungspartnerin sitzt im NRW... nächster Weg, nicht wahr? Und doch haben sich Möglichkeiten gefunden, die Vermittlungskandidaten und -innen die 1000 km weit zu bringen. Mit Hilfe tierlieber Menschen, wie Linda und Herbert, Meike und Willy, Edgar und Karin, Achim, den allen war manch Umweg nicht zu weit, um müde, hechelnde, nassbepinkelte Hundis in ihren Transportboxen am Ort der Bestimmung in gute Hände zu übergeben. Es gab auch "Selbstabholer", z.B. aus Bayern und natürlich aus Wien, gleich um die Ecke. 

..angekommen...

Wer einmal in die Hundeaugen hinter Zwingergitter geschaut hat...
Warum machen es manche Leute? Warum mache ich es, warum macht es Steffi? Es gibt da einen Bazillus, die Tierliebe, wenn man ihn einmal hat, lässt er einen nicht mehr los. Wer einmal in die Hundeaugen hinter Zwingergitter geschaut hat, die Hundeköpfchen, die einem entgegen gestreckt werden zum Streicheln, die durchgesteckten Pfoten, die einen zurückgalten möchten, "Nimm mich", sah - der entkommt nicht mehr...
Auch für den Preis der Neider und Primitivlinge, die Wohltätigkeit in ihrem Wortschatz nicht haben, die einem böses unterstellen, weil sie sonst nicht begreifen können, dass man etwas ohne Eigennutz macht. In der Gemeinde, wo ich wohne, gibt es Leute, die verbreiten, ich würde an den Tieren verdienen. Das Wort Hundehandel tut weh, ist eine unberechtigte Unterstellung, soll verletzen. Der Dank zufriedener neuer Hundehalter, das Wissen um ein herrliches neues Zuhause vieler Schützlinge macht es wieder wett, hilft einem, drüber wegzuschauen. Kein gefahrener Kilometer ist mir zuviel, mein geschundenes Auto, ich stehe auch vor dem Aufstehen auf, um Hunde zum Treffpunkt zu bringen, toleriere das Erbrochene auch die Angstkacke, liebe jeden einzelnen kleinen Racker, den ich im Gartenhaus bis zur Abreise "zwischenparke", habe Abschiedstränen in den Augen und bin erst wieder zufrieden, wenn ich die Nachricht "gut angekommen" bekomme.

Ich mache so weiter... es gibt genug wunderschöne kleine Hunde in den zwei derzeit von mir betreuten Tierheimen (Komarno und Trnava). Der nächster Winter kommt. Diese Hunde haben keine geheizte Kote, sie sitzen in offenen Zwingern, haben nur eine Hundehütte als Unterschlupf. Vielen von Ihnen kann zu einem neuen Zuhause verholfen werden. Adoptionsinteressenten gibt es. Allerdings müssen wir neue Transportwege wählen.

Es werden FLUGPATEN gesucht, die von Wien nach Köln , wahlweise Düsseldorf, fliegen.

Flugpaten sind Leute, die eine bestimmte Strecke fliegen und einen Hund in einer Transportbox, mit den erforderlichen Reisepapieren, quasi als den eigenen mitfliegen lassen. Der Hund wird von mir zum Abflug gebracht, eingecheckt, abgegeben - keine Arbeit für den Fluggast. Die Transportbox kommt in den Frachtraum (der reisender Hund bekommt eine leichte Sedierung, damit ihm die Reise leichter fällt...).
Am Bestimmungsort, Köln also, wartet bereits die Vermittlungspartnerin, nimmt den Hund in Empfang. Der Reisegast muss lediglich die Transportbox vom Gepäckband auf den Rolli legen.

...angekommen...

Wir hoffen auf Ihre Hilfe, damit viele weitere Hundeaugen aus einer Flugbox oder -tasche in eine gute Zukunft blinzeln!

Y. Neumann, 19. 7. 2005